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Sperrt uns Google aus?

 

 

„Google Suche KI“

 

Google verändert gerade wieder einmal die Spielregeln. Und wer sich mit Suchmaschinenoptimierung, Webseiten oder Online-Marketing beschäftigt, könnte beim Lesen der aktuellen Meldungen durchaus den Eindruck bekommen:

Sperrt Google jetzt alle anderen aus?

Ganz so dramatisch ist es nicht. Aber interessant ist die Entwicklung trotzdem.

Fachwissen SEO

Google macht die Tür ein Stück weiter zu

Unternehmen wie SISTRIX beobachten seit vielen Jahren, was bei Google passiert. Zum Beispiel: Welche Webseite steht bei welchem Suchbegriff auf Platz 1? Wer ist aufgestiegen? Wer ist verschwunden?

Dafür müssen Suchergebnisse regelmäßig ausgewertet werden.

Und genau das macht Google seit einiger Zeit schwieriger.

Aktuell geht es um sogenannte Goto-URLs. Das klingt kompliziert, bedeutet aber im Grunde nur:

Früher konnte man relativ einfach erkennen, wohin ein Google-Suchergebnis führt.

Heute baut Google teilweise einen Umweg ein. Erst beim Anklicken beziehungsweise Abrufen dieser Zwischenadresse wird sichtbar, welches eigentliche Ziel dahintersteckt.

Für den normalen Google-Nutzer merkt man davon praktisch nichts.

Für Firmen, die Google-Suchergebnisse systematisch analysieren, bedeutet es dagegen mehr Arbeit und mehr Kosten.

SISTRIX schreibt selbst, dass sich die Daten weiterhin erfassen lassen. Es wird nur technisch aufwendiger.

Social-Media Video

Warum macht Google das?

Die interessante Frage ist natürlich:

Warum?

Die Einschätzung von SISTRIX ist bemerkenswert. Dort geht man davon aus, dass diese Maßnahmen gar nicht in erster Linie gegen SEO-Werkzeuge wie SISTRIX gerichtet sind.

Das eigentliche Problem für Google dürften andere sein.
Zum Beispiel ChatGPT und andere KI-Systeme, die Informationen aus Suchmaschinen verwenden können, ohne selbst einen eigenen vollständigen Suchindex wie Google aufgebaut zu haben.

SISTRIX bezeichnet sich dabei sinngemäß selbst als Kollateralschaden.
Google schützt also möglicherweise weniger seine Suchergebnisse vor uns Webseitenbetreibern.

Google schützt sein Geschäftsmodell vor neuen Wettbewerbern.
Und das wäre durchaus nachvollziehbar.
Wenn man über Jahrzehnte Milliarden investiert hat, um das Wissen des Internets zu sortieren, möchte man vermutlich nicht unbedingt zusehen, wie andere dieses Ergebnis kostenlos verwenden.

Aber das eigentliche Problem liegt woanders

Viel spannender ist ein anderer Satz im SISTRIX-Artikel.
Die größere Veränderung besteht nämlich gar nicht darin, dass Google seine Daten stärker abschottet.

Die größere Veränderung ist:
Google selbst verändert die Suche.
Früher stellte man eine Frage und bekam zehn blaue Links.

Heute stellt man eine Frage und bekommt immer häufiger direkt eine Antwort.

  • Von Google
  • Von Gemini
  • Von ChatGPT
  • Von Perplexity
  • Von Copilot

Und plötzlich muss niemand mehr zwingend auf unsere Webseite klicken.

Darüber haben wir bereits ausführlicher geschrieben:
AI Overviews: Wenn Google die Antwort klaut, gewinnt Vertrauen

AI Relevanz

 Von Platz 1 zu „Wer wird überhaupt erwähnt?“

Für Unternehmen verändert sich damit eine Denkweise, die ungefähr 20 Jahre lang funktioniert hat.

Bisher lautete die Frage:

„Auf welchem Platz stehen wir bei Google?“

Platz 1 war wunderbar.

Platz 3 war ordentlich.

Seite 2 war ungefähr digitaler Hausfriedhof.

Das war verständlich und messbar.

Mit KI-Suchergebnissen wird es komplizierter.

Denn wenn eine künstliche Intelligenz direkt eine Antwort formuliert, gibt es möglicherweise gar keinen klassischen Platz 1 mehr.

Dann lautet die Frage plötzlich:

„Kommt unser Unternehmen in dieser Antwort überhaupt vor?“

Oder:

„Wird unsere Webseite als Quelle genannt?“

SISTRIX spricht hier von Mentions und Citations, also Erwähnungen und Quellenangaben. Und genau diese Dinge werden inzwischen zusätzlich zu den klassischen Google-Positionen gemessen.

Ist SEO damit tot?

Nein.

Diese Überschrift wäre zwar wunderbar für YouTube, aber falsch.

Google braucht weiterhin Inhalte. KI-Systeme brauchen ebenfalls Inhalte. Die Informationen müssen schließlich irgendwo herkommen.

Eine gute Webseite, verständliche Texte, Fachwissen, Referenzen, saubere Strukturen und glaubwürdige Inhalte werden deshalb nicht plötzlich wertlos.

Eher im Gegenteil.

Und damit landen wir wieder bei einer erstaunlich alten Erkenntnis:

Überraschung: Für Menschen schreiben

Nicht für eine Suchmaschine schreiben. Nicht versuchen, irgendeinen Algorithmus glücklich zu machen. Sondern Fragen beantworten, die echte Menschen tatsächlich haben.

Und was bedeutet das für einen normalen Unternehmer?

Wahrscheinlich weniger, als manche SEO-Agentur daraus machen wird.
Man muss jetzt nicht hektisch seine Webseite umbauen.

Man braucht vermutlich auch nicht sofort das nächste „AI-SEO-Komplettpaket für nur 999 Euro monatlich“.

Die alten Grundlagen funktionieren weiterhin erstaunlich gut:

  • Gute Inhalte
  • Klare Aussagen
  • Eigene Erfahrung
  • Konkrete Leistungen
  • Saubere Webseiten.

Und vor allem Antworten auf Fragen, die echte Kunden tatsächlich stellen.

Vor allem das eigene Fachwissen wird wichtiger. Genau darum ging es bereits in unserem Beitrag Fachwissen ist die neue SEO-Währung

Denn eine KI kann allgemeine Informationen hervorragend zusammenfassen. Eigene Erfahrungen, konkrete Projekte, Fehler, Lösungen und Entscheidungen aus der Praxis muss aber zunächst jemand gemacht und veröffentlicht haben.

Sperrt uns Google also aus?

Nein.

Zumindest noch nicht. wink

Google macht es Unternehmen schwieriger, seine Suchergebnisse massenhaft auszuwerten. Aber nach Aussage von SISTRIX funktioniert die Messung weiterhin.

Viel interessanter ist die Frage, ob Google uns irgendwann gar nicht mehr so häufig hineinlassen muss.

Denn wenn die Antwort bereits direkt in der Suche steht, braucht der Nutzer unsere Webseite möglicherweise nicht mehr zu besuchen.

Das ist die eigentliche Veränderung.

Und vielleicht sollten wir deshalb künftig nicht mehr nur fragen:

„Wo stehen wir bei Google?“

Sondern:

„Kennt Google uns überhaupt?“

Und inzwischen gehört noch eine zweite Frage dazu:

„Kennt die KI uns auch?“

Fachwissen SEO

FAQ
Häufige Fragen – kurz & klar

Sperrt Google andere Anbieter tatsächlich aus?

Nein. Google erschwert allerdings die technische Auswertung seiner Suchergebnisse. Nach Einschätzung von SISTRIX richtet sich das vor allem gegen Anbieter, die Google-Ergebnisse nutzen, ohne selbst einen eigenen Suchindex zu betreiben. Für SEO-Tools bedeutet das mehr Aufwand, aber die Daten lassen sich weiterhin erfassen.

Wird die klassische Google-Suche durch KI ersetzt?

Nicht vollständig, aber sie verändert sich deutlich. Neben klassischen Suchtreffern zeigt Google immer häufiger direkt generierte Antworten an. Dadurch wird es für Unternehmen wichtiger, nicht nur gut zu ranken, sondern auch in diesen Antworten erwähnt oder als Quelle genutzt zu werden.

Ist SEO durch KI jetzt überflüssig?

Nein. Gute Inhalte, klare Webseiten, Fachwissen und verständliche Antworten bleiben wichtig. Nur das Ziel verschiebt sich: Es geht nicht mehr ausschließlich darum, bei Google auf Platz 1 zu stehen, sondern auch darum, von Suchmaschinen und KI-Systemen als relevante Quelle erkannt zu werden.

Was sollten Unternehmen jetzt konkret tun?

Keine Panik und keine hektischen Umbauten. Sinnvoller ist es, bestehende Inhalte verständlich, aktuell und fachlich sauber zu halten. Eigene Erfahrungen, konkrete Leistungen und Antworten auf echte Kundenfragen werden eher wichtiger als noch mehr allgemeiner SEO-Content.